In Kirgisistan gehen die Uhren anders. Um zu verstehen, was im Leben der Kirgisen wichtig ist, gibt es nur einen Weg: Treffen Sie sie in ihrem täglichen Leben.

Der Alltag im ländlichen Kirgisistan ist sehr stark geprägt von dem, was am meisten zählt: Vieh!

Flächen, auf denen Landwirtschaft möglich ist liegen auf einer Höhe von durchschnittlich 2.000m und höher. Ackerbau lässt sich da kaum noch betreiben. Das Land ist schwer zu bearbeiten. So kommt es, dass die Menschen meistens Kühe, Schafe oder Ziegen halten. Es gibt sogar Kamele und Yaks. Sie sind der Reichtum ihrer Besitzer.

Angespartes Geld hatte man im Frühjahr in Kälber, Lämmer und Kitz investiert. Zusammen mit den Tieren der anderen Dorfbewohner wird die Herde auf die Sommerweiden hoch oben in den Bergen getrieben. Die Hirten leben den ganzen Sommer über im Jailoo, dem Jurtenlager, und achten auf die Tiere. Im Herbst kommt dann die Zeit der Viehmärkte. Nun wird eingelöst, wofür man das ganze Jahr gesorgt hat. Sie sehen: Das ist ein Bankkonto auf vier Beinen.

Der Herbst ist auch die Zeit der Feste. Hochzeiten, aber auch alle anderen Feste werden gerne gefeiert, wenn die Arbeit des Jahres getan ist. Die Familien kommen aus dem Ganzen Land zusammen. In jedem Kirgisen steckt noch der Nomade. Bei den Festen, die schon mal mehrere Tage dauern können wird aufgetischt, dass sich die Tischplatte biegt.

Aber es lauert auch eine Gefahr: In Kirgistan heist der Börsencrash "Wolf". Große Viehherden geben ihm ein gutes Leben. Aus welchen Gründen der Wolf auf der Liste der gefährdeten Tierarten steht und warum in Europa das Wiederauftreten des Wolfes als großes Ereignis gefeiert wird ist dem kirgisischen Bauern schwer zu erklären.


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